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Diabetes Korrektur Faktor überprüfen bzw. ermitteln

Wer im Ausland lebt und keine KV hat, ist mit seiner Diabetes oft falsch eingestellt. Diabetes Korrektur Faktor überprüfen und handeln !

Der Insulin-Korrekturfaktor (auch Insulinsensitivitätsfaktor oder ISF) gibt an, um wie viel mg/dl (oder mmol/l) eine Einheit (IE) Normal- bzw. Kurzzeitinsulin deinen Blutzucker senkt.

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Wichtiger Medizinischer Hinweis:

Die folgenden Informationen und Werkzeuge dienen ausschließlich der allgemeinen Information, Dokumentation und Schulung. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar und ersetzen in keinem Fall die individuelle Beratung, Untersuchung oder Betreuung durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal (Diabetologie/Arztpraxis).Dosisanpassungen oder Änderungen an der Insulintherapie sollten immer in Absprache mit dem behandelnden Diabetesteam erfolgen.

Im Folgenden vergleichen wir die Werte anhand zweier gängiger Beispiele:

  • mg/dl (1800er-Regel): 50 mg/dl pro 1 IE
  • mmol/l (100er-Regel): 2,8 mmol/l pro 1 IE

1. Das Grundprinzip & Beide Regeln im Vergleich

Sowohl die 1800er-Regel (für mg/dl) als auch die 100er-Regel (für mmol/l) sind medizinische Faustformeln aus der Diabetologie. Sie schätzen deinen persönlichen Korrekturfaktor anhand deines gesamten täglichen Insulinbedarfs ab.

Woher kommen die Zahlen 1800 und 100?

Beide Regeln beruhen auf erfahrungswissenschaftlichen Studien und verbinden die Gesamtmenge des Tagesinsulins (TGD) direkt mit der Senkung des Blutzuckers:

Merkmal1800er-Regel (für mg/dl)100er-Regel (für mmol/l)
Einheitmg/dlmmol/l
FormelKorrekturfaktor = 1800 / TagesgesamtdosisKorrekturfaktor = 100 / Tagesgesamtdosis
Beispiel (bei TGD = 36 IE)1800 / 36 = 50 mg/dl per 1 IE100 / 36 = 2,8 mmol/l per 1 IE

2. Exkurs: Was ist die Tagesgesamtdosis (TGD) & Besonderheiten bei Mischinsulin?

Was ist die Tagesgesamtdosis (TGD)?

Die TGD ist die Summe aller Insulineinheiten, die du innerhalb von 24 Stunden spritzt. Sie setzt sich zusammen aus:

TGD=Basalinsulin (Langzeit)+Bolusinsulin (alle Mahlzeiten zusammen)

  • Beispiel: 15 IE Basal + 21 IE Mahlzeiten-Boli (6+7+8 IE) = 36 IE TGD. Zur Bestimmung nimmt man am besten den Durchschnitt der letzten 3 bis 7 Tage.

Besonderheit bei Mischinsulin (Mix-Insulin)

  • Berechnung der TGD: Auch bei Mischinsulin werden einfach alle Einheiten des Tages zusammengezählt (z. B. 22 IE morgens + 14 IE abends = 36 IE TGD).
  • Keine spontane Korrektur mit Mischinsulin: Da Mischinsulin immer auch einen Basalanteil (Langzeitkomponente) enthält, darf man es nicht spontan zwischendurch zur Korrektur spritzen. Man würde sonst unbeabsichtigt Langzeitinsulin nachspritzen, was zu zeitversetzten Unterzuckerungen führt. Korrekturen erfolgen hier nach Rücksprache mit dem Arzt entweder über die Hauptmahlzeiten-Dosis oder mit einem separaten, reinen Kurzzeitinsulin.

3. Das System zur praktischen Bestimmung (Das 3-Tage-Screening)

Da die Empfindlichkeit gegenüber Insulin im Tagesverlauf stark schwankt (morgens oft höhere Resistenz durch Hormone wie Cortisol, abends oft höhere Sensitivität), reicht ein einziger Test meist nicht aus.

Beim 3-Tage-Screening führst du den Korrektur-Test an verschiedenen Tagen zu unterschiedlichen Tageszeiten durch. Um zufällige Ausreißer auszuschließen, empfiehlt sich jeweils ein Bestätigungstest an einem Folgetag (24 Stunden später).

[Tag 1: MORGENS]  --> Test direkt nach dem Aufstehen (vor dem Frühstück)
[Tag 2: MITTAGS]   --> Test vor dem Mittagessen (min. 4h nach dem Frühstücks-Bolus)
[Tag 3: ABENDS]    --> Test vor dem Abendessen (min. 4h nach dem Mittags-Bolus)

Voraussetzungen vor JEDEM Testdurchlauf

  • Kein aktives Insulin mehr: Seit der letzten Mahlzeit und dem letzten Mahlzeiten-Bolus müssen mindestens 3 bis 4 Stunden vergangen sein.
  • Kein Essen / Trinken: Während des gesamten Tests (3–4 Stunden) nur Wasser oder ungesüßten Tee trinken.
  • Keine Bewegung: Keine sportliche Betätigung oder körperliche Anstrengung.
  • Keine Störfaktoren: Kein Stress, kein Infekt, kein vorangegangener Alkoholkonsum oder schwere Hypoglykämie in den letzten 24 Stunden.
  • Ausgangslage: Der Blutzucker sollte leicht erhöht sein (z. B. 180–220 mg/dl / 10–12 mmol/l), damit eine gezielte Senkung möglich ist.

Schritt-für-Schritt Ablauf je Test-Slot

[1. Ausgangswert messen]  -->  [2. EXAKT 1 IE spritzen]  -->  [3. 3-4 Std. warten]  -->  [4. Endwert messen & Differenz bilden]

Wichtige Sicherheitsregel beim Testen:

Während des Test-Screenings spritzt du immer exakt 1 IE Insulin – unabhängig davon, wie hoch der Ausgangswert ist. Versuche im Test nicht, direkt auf einen Wunschendwert (z. B. 100 mg/dl) zu korrigieren. So verhinderst du Unterzuckerungen und erhältst ein unverfälschtes Messergebnis für genau 1 IE!

  1. Ausgangswert messen (BZ Start):
    • mg/dl: z. B. 210 mg/dl
    • mmol/l: z. B. 11,8 mmol/l
  2. Exakt 1 IE Korrekturinsulin spritzen:Spritze exakt 1 IE deines gewohnten Kurzzeitinsulins.
  3. Wirkdauer abwarten (3–4 Stunden):Nichts essen, nicht körperlich anstrengen.
  4. Endwert messen (BZ Ende):
    • mg/dl: z. B. 160 mg/dl
    • mmol/l: z. B. 9,0 mmol/l
  5. Differenz berechnen:Korrekturfaktor = BZ Start – BZ Ende
    • mg/dl: 210 – 160 = 50 mg/dl per 1 IE
    • mmol/l: 11,8 – 9,0 = 2,8 mmol/l per 1 IE

4. Die Formel für die spätere Korrektur im Alltag

Erst nach dem Screening, wenn deine Korrekturfaktoren sicher feststehen, wendest du sie für gezielte Alltagskorrekturen an:

EinheitFormelPraxis-Beispiel
mg/dl (Faktor 50)Dosis (IE) = (Aktueller BZ – Ziel-BZ) / 50Aktuell: 250, Ziel: 100 -> (250 – 100) / 50 = 150 / 50 = 3 IE
mmol/l (Faktor 2,8)Dosis (IE) = (Aktueller BZ – Ziel-BZ) / 2,8Aktuell: 14,0, Ziel: 5,6 -> (14,0 – 5,6) / 2,8 = 8,4 / 2,8 = 3 IE

5. Aufbereitung in der vorbereiteten Excel-Datei

Zur einfachen Durchführung und Dokumentation steht eine vorgefertigte Excel-Tabelle bereit:

Aufbau & Bedienung der Excel-Datei:

  • Tabellenblatt 1 – „Anleitung & Regeln“:Dient als reine Nachschlageseite. Hier findest du alle Voraussetzungen, Testkriterien und Richtlinien auf einen Blick. Hier sind keine Eingaben erforderlich.
  • Tabellenblatt 2 – „3-Tage-Screening“ (Das Messprotokoll):
    • Messerfassung: Du füllst lediglich Datum, BZ-Start, Injektion (immer 1 IE), Uhrzeiten und BZ-Ende aus. Die Spalten BZ-Differenz und Ermittelter Faktor berechnet Excel automatisch.
    • Testwiederholungen: Neben den Haupttesttagen (Morgens, Mittags, Abends) sind direkte Kontrollezeilen für Bestätigungstests nach 24 Stunden integriert.
    • Zusammenfassung: Im unteren Bereich berechnet Excel automatisch den Durchschnitt deiner Testergebnisse getrennt nach Tageszeit und gibt dir gerundete Empfehlungen für deine Alltagspraxis aus.
  • Tabellenblatt 3 – „Korrektur-Rechner“ (Für den Alltag):
    • Bereich 1: Trage deine Tagesgesamtdosis (TGD) ein, um sofort den theoretischen Orientierungswert nach der 1800er- bzw. 100er-Regel zu erhalten.
    • Bereich 2: Gib im Alltag deinen aktuellen BZ, Ziel-BZ und angewendeten Faktor ein. Excel ermittelt dir sofort die exakte und die praxistauglich gerundete Korrekturdosis in IE.

Wichtige Besonderheiten

  • Tageszeitliche Schwankungen nutzen: Setze für Korrekturen am Morgen den morgendlichen Faktor ein, am Abend den abendlichen Faktor.
  • Sicherheitsabstand: Zwischen zwei Korrekturen immer mindestens 3 bis 4 Stunden verstreichen lassen, um ein gefährliches Aufsummieren von Insulin (Insulin-Stacking) zu vermeiden.
  • Rücksprache: Stimme die Testergebnisse und Anpassungen am besten immer kurz mit deinem Diabetesteam ab.

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